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Unsere Lieblingsrosen

Brigitte Nebel Ursula Reichelt Vera Remane
Ulrike Schnabel Adelgunde Luise Seidel Eilike Vemmer

Lieblingsrose von Brigitte Nebel, Februar 2013

´Bobbie James´,

Die Rose ´Bobbie James´ ist seit über 15 Jahren meine Lieblingsrose an der Nord-West-Fassade unseres Hauses, die zur Straße zeigt. Hier ist sie zurzeit für mich unersetzbar.

Nachdem 1996 unser Haus fertig war, wollte ich eine Rose pflanzen, die in absehbarer Zeit die Klinkerwand des Hauses nahezu bedecken und mit gesundem Laub und üppigen hellen Blüten schmücken sollte. Meine Wahl fiel auf die starkwüchsige Kletterrose ´Bobbie James´, 1961 eingeführt von Sunningdale Nurseries in Großbritannien.

Die Rose wuchs rasch und hatte schnell die Höhe der ersten Etage erreicht. Den Schnitt- und Bindekünsten meines Ehemannes verdanke ich, dass die Rose an ihrem Spalier stets den gewünschten fächerförmigen Aufbau zeigt. Dies ist eine wahre Herausforderung, denn mit ihren starken Stacheln setzt sie sich zur Wehr. Wer die Rose zähmt, darf keine Höhenangst haben.

Zur Blütezeit im Juni ist die Rose mit ihren relativ großen, leicht gefüllten, weißen, wunderbar duftenden Blüten ein Traum. Ich öffne dann die Fenster und ihr zarter Duft durchzieht das ganze Haus. Bienen und andere Insekten summen in den großen Blütendolden und sorgen für reichen Schmuck mit kleinen orangeroten Hagebutten im Herbst. Mit ihrer lockeren Blütenpracht und den offenen Blüten mit auffallenden gelben Staubgefäßen passt die Rose sehr gut in naturnahe Gärten. Passanten bleiben in der Blütezeit oft vor dem Haus stehen und staunen. Amseln schätzen mehr die Früchte.

Jahrelang war die Rose kerngesund, das Laub eine Zierde. Doch vor einiger Zeit bekam sie zwei Jahre nacheinander Mehltau. So konnten wir sie an ihrem Starplatz wirklich nicht auf Dauer aussehen lassen. Wir haben deshalb versucht, mit einem totalen Rückschnitt dem Pilzbefall beizukommen.

Nach zwei Jahren war unsere ´Bobbie James´ wieder gesund in alter Pracht und in alter Höhe nachgewachsen. Für den Sommer 2013 hoffe ich nach der Radikalkur wieder auf eine üppige Blüte.

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´Bobbie James´

Lieblingsrose von Ursula Reichelt

´Raubritter´ und ´Félicité et Perpétue´

Meine Lieblingsrose, die Strauchrose ´Raubritter´ (Kordes, 1936), einmal blühend, musste sich im Sommer 2009 meine Sympathie mit der Ramblerrose ´Félicité et Perpétue´ (Jacques, um 1828) teilen.

Einige Jahre hatte ich diese Rose wirklich ramblen lassen. Sie wuchs mir im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf. Im Frühjahr fasste ich den Entschluss, ihr kräftig mit der Schere zu Leibe zu rücken. Eine Tagesarbeit! Ranken von der Pergola lösen, alte Triebe herausschneiden und die verbliebenen Ranken wieder aufbinden. Und dieses Unternehmen auch noch unverletzt überstehen! Wie man sieht, es hat sich gelohnt. Das Blütenmeer dieser einmal blühenden Ramblerrose hat mir wochenlang Freude bereitet.

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´Raubritter´


´Félicité et Perpétue´

Lieblingsrose von Vera Remane

Rosa filipes 'Kiftsgate'

In meinem kleinen Garten gibt es seit Jahrzehnten ein großes marodes Bassin, das irgendwann überdacht und zum Schuppen umfunktioniert wurde und nun alle Gartenutensilien beherbergt. Vor langer Zeit hatte ich Efeu an die Ostseite dieses Gebäudes gepflanzt, da ich es gerne unter einer immergrünen Decke verstecken wollte. Trotz geduldigen Wartens über Jahre hinweg wuchs der Efeu aber nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. So entschied ich, zur Verstärkung und Unterstützung - und nun an die Westseite des Schuppens - eine Rose zu pflanzen. Bedingung: Sie musste mit dürftigem Boden zurecht kommen, und ihre Ranken sollten ungefähr eine Länge von fünf Metern erreichen.

In einer Rosengärtnerei ließ ich mich beraten. Man legte mir dringend eine Rosa filipes 'Kiftsgate' ans Herz, und ich erwarb sie. Viel Bodenfreiheit konnte ich meiner neuen Rose nicht einräumen. Ein kleines Loch unter einem aus dem Pflaster genommenen Stein musste genügen. In diese Aussparung von ungefähr 10 x 20 cm zwängte ich - wider besseres Wissen - die Wurzeln der Container-Kiftsgate. In der Folgezeit bekam sie meine ungeteilte Aufmerksamkeit und immer mal wieder Extrarationen Wasser. Die kleinen, dünnen Ranken dankten es nach einigen Wochen mit vorsichtigem Wachstum.

Dann fielen mir Artikel zum Thema Kiftsgate in die Hände. Ich las, dass sie mit Ranken bis zu 45 m Länge (!) gesichtet worden sein soll, mit mageren Böden einverstanden ist, aber eine gewisse Frostempfindlichkeit an den Tag legt. Das konnte ja noch spannend werden!

Inzwischen wohnt Kiftsgate seit gut fünf Jahren in meinem Garten. Ihre Wurzeln haben sich ohne jeglichen Protest durch das dicke Kiesbett unter der Pflasterung, vermutlich bis zum Ackerboden in der Tiefe, hindurchgearbeitet und finden dort ihre Nahrung. In jedem Winter frieren ihre Rankenenden um ca. 50 cm zurück. Während der Vegetationszeit wird das aber durch ein Triebwachstum von zwei Metern und mehr sofort wieder reichlich ausgeglichen.

Das Wachstum dieser Rose ist unglaublich ungestüm. Sie bedeckt schon lange das komplette Schuppendach und schickt ihre Triebe weit darüber hinaus. Dort, wo sie einst in ein kleines Pflanzloch gezwängt wurde, genügt ihr das Dach nicht mehr als Auflage. Ihre Ranken haben sich darüber zu einer Mauer aufgetürmt. In jedem Jahr muss ich das ausufernde Wachstum durch einen sehr scharfen Rückschnitt eindämmen. Das ist durch die dichte Hakenbestachelung der Triebe eine sehr mühsame Arbeit.

Aber dann das: Im Frühsommer ist das Schuppendach für zwei bis drei Wochen bedeckt mit einer dicken, duftenden Schicht "Junischnee" und umschwirrt von unzähligen Insekten. Die reinweißen einfachen Blüten haben spektakuläre leuchtend gelbe Staubgefäße. Im Herbst trägt die Rose dann Büschel kleiner orangeroter Hagebutten.

Fazit: Rosa filipes 'Kiftsgate' ist eine Rose, die sich ohne jedes Hätscheln oder spezielle Rosenkenntnisse auch unter widrigen Bodenverhältnissen nicht nur behauptet sondern sehr energisch durchsetzt. Um ihre Blütenschönheit richtig zur Geltung bringen zu können, benötigt sie allerdings sehr, sehr viel Platz.

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Rosa filipes 'Kiftsgate'


Rosa filipes 'Kiftsgate'

Lieblingsrose von Ulrike Schnabel, Februar 2012

´St. Nicholas´

Den Namen dieser Rose hörte ich erstmalig 1993 anlässlich eines Vortrages von Frau Hedi Grimm (anerkannte Rosenexpertin und Buchautorin, Mutter von Frau Eilike Vemmer) im Helvetia, dem damaligen Vereinslokal der hannoverschen Rosenfreunde. Das Thema lautete: Empfehlenswerte Alte Rosen für Hausgärten. Unter vielen anderen wurde die Damaszenerrose ´St. Nicholas´ aus dem Jahr 1950 genannt. Sie wurde in dem berühmten Garten St. Nicholas in Yorkshire in England gefunden. Frau Grimm beschrieb sie als frostharte gesunde Rose, die auch für Hecken geeignet sei.

Genau so etwas suchte ich für unseren naturnahen Garten, in dem ich auf keinen Fall Pflanzenschutzmittel verwenden wollte.

So wurde also ein Exemplar in einer Rosenbaumschule bestellt und an einen sonnigen Standort gepflanzt.

Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Seit fast 20 Jahren erfreue ich mich an einem Strauch, der nicht nur äußerst gesund ist. Nein, auch die kältesten Winter hat St. Nicholas ohne besonderen Schutz überstanden. Sie bildet einen sehr schönen Habitus mit überhängenden Zweigen, wird zirka einen Meter hoch und bietet das ganze Jahr einen schönen Anblick. Die halbgefüllten zartrosa Blüten mit gelben Staubgefäßen duften leicht, blühen in Büscheln und locken Insekten an. Nach der einmaligen Blüte bilden sich reichlich Hagebutten die lange haften und ein sehr attraktives Herbst- und Winterbild zeigen.

Die einzige Pflege besteht darin, ab und zu Totholz herauszuschneiden und sie einmal im Frühjahr mit Naturdünger zu versorgen.

So ist sie nach meiner Erfahrung eine ideale, wunderschöne, pflegeleichte Rose, die für jeden Garten geeignet ist!

R.´helenae´

Diesen Rambler liebe ich besonders, weil er alle Vorzüge hat, die eine Rose für den naturgemäßen Garten haben sollte.

Sie ist frohwüchsig, ausgesprochen gesund, ziert durch ein vielfältiges Erscheinungsbild. Der rötliche Austrieb im Frühsommer, die widerstandsfähigen glänzenden Blätter, einfache, duftende weiße Blüten mit gelben Staubgefäßen locken zahlreiche Insekten an, und im Herbst leuchten orangerote Hagebutten, die Vögel in Scharen in diese prall gefüllte Speisekammer locken. Kurzum: die reine Gartenfreude!

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´St. Nicholas´


´St. Nicholas´


´R.´helenae´

Lieblingsrose von Adelgunde Luise Seidel

Rosa gallica ´Violacea´

Im Juni 1997 besuchte ich mit den hannoverschen Rosenfreunden während einer Rosenreise auch die Rosenschule von Karl Otto Schütt in Holstein. Diese Rosenschule hat sich auf historische Rosen spezialisiert, und die standen dort gerade in voller Blüte. Es waren so viele wunderschöne Rosen zu sehen und ich verliebte mich auf den ersten Blick in die ´Violacea´.


Diese Rose, auch bekannt unter dem Namen ´La belle Sultane´, ist nur leicht gefüllt. Die Blütenblätter sehen aus wie Samt und haben eine purpur-magentarote Farbe. In der Mitte der Blüte prangen - wie ein Krönchen - goldgelbe Staubgefäße. Die Blüten werden ungefähr sieben Zentimeter groß und haben einen zarten Duft.

´Violacea´ blüht nur einmal im Sommer, aber reich und lange, und die verblühten Blütenblätter fallen sauber ab. Das Laub ist dunkelgrün und etwas rau, aber sehr gesund. Es haftet sehr lange am Strauch und hat in meinem Garten, neben der Rosa inermis ´Morletii´, die schönste Herbstfärbung.

´Violacea´ hat seit 1997 einen Sonnenplatz in meinem Garten. Sie gedeiht gut auf dem mageren Sandboden und hat viele Ausläufer. Sie ist sehr gesund und frosthart. Ihr Wuchs ist aufrecht und sie wird fast zwei Meter hoch. Die Zweige haben keine Stacheln, sondern viele kleine, dunkle Borsten.

Die Wurzeln dieser schönen historischen Rose liegen im Dunkeln. Sie soll vor 1800 in Holland kultiviert worden sein, man kann sie aber auch heute noch in vielen Rosenschulen kaufen.

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´Violacea´


´Violacea´

Lieblingsrose von Eilike Vemmer

Geht es Ihnen nicht auch so? Gerade Mitte September zeigen viele Rosen noch einmal eine so wunderschöne Blüte, dass ich bei jeder sagen möchte: Meine Lieblingsrose! Fünf Rosen möchte ich trotzdem besonders hervorheben. Alle fünf haben mir, so lange ich sie im Garten habe, nur Freude gemacht.

Meine Mutter wurde einmal zu ihren Lieblingsrosen gefragt und antwortete: "Welche Rosen soll ich da nennen? Bei 20 000 und 30 000 Rosenarten und –sorten, unter denen ich genauso wenig eine Lieblingsrose habe wie unter meinen Kindern und Enkelkindern ein Lieblingskind. Ich habe alle gern, jede in ihrer Art, und ich bin nicht in der glücklichen Lage wie Dean Hole sagen zu können: ´Und wenn ich nur eine einzige Rose pflanzen dürfte, müsste es die ´Gloire de Dijon´ sein´, obwohl ich die auch zu schätzen weiß!"

'Hedi Grimm' ist eine meiner vielen Lieblingsrosen, die Rose, die 2005 in Sangerhausen auf den Namen meiner Mutter getauft wurde. Sie steht seit 1998 in unserem Garten, eine Züchtung von Louis Lens, die er meiner Mutter schickte und die sie an uns weitergab, weil sie aus gesundheitlichen Gründen die Rose nicht mehr in Kassel-Wilhelmshöhe pflanzen und pflegen konnte. Mich hat diese Lens-Züchtung von Anfang an begeistert wegen ihrer reichen Blüte besonders im Herbst, ihrer Gesundheit und Schönheit. Einige Jahre wuchs sie an einem Pfahl wie in Sangerhausen, bis sie ihren endgültigen Platz an einer Kletterrosenwand zwischen 'Mosel' und 'Ludvik Vecera' bekam.

Immer wieder bringt 'Hedi Grimm' kleine, leicht gefüllte, weiße, duftende Blüten in großen pyramidalen Blütenständen. Man kann sie auch als Strauchrose wachsen lassen oder in einen Obelisken setzen. Es ist eine der wenigen weichtriebigen, niedrigen, öfterblühenden Kletterrosen. In Deutschland bekommt man diese Rose nur bei Gerd Hartung, Rosarot-Pflanzenversand. Er hatte die Idee, in Sangerhausen zu Gunsten des Rosariums eine Rose auf den Namen meiner Mutter zu taufen und schlug die Lens-Züchtung LLX 9046 vor. Meine Mutter hätte sich darüber gefreut. Für mich bedeutet dieser Rosenname 'Hedi Grimm' auch die enge Verbundenheit meiner Mutter mit Louis Lens und dem Europa-Rosarium Sangerhausen

´Pink Swany´ mit ihren kräftig pinkfarbenen, stark gefüllten, nostalgischen Blüten und gesundem Laub bildet einen überwältigend schönen Blütenhügel. Ich habe sie im Sommer nicht ausgeputzt, sie wirft die verwelkten Blüten alleine ab. Im Frühjahr schneide ich sie kräftig zurück, damit der Sandkasten der Kinder ohne Kratzer benutzt werden kann. Dann bekommt sie auch ihre Handvoll Dünger. Das ist alle Pflege für das ganze Jahr. Auch in der Vase hält sie sich gut. Wenn stärkerer Frost nicht zu früh einsetzt, kann man Weihnachten noch einen Strauß von ihr schneiden.

´Pink Swany´(Meilland 2003) wurde 2003 ADR-Rose und wird als Beetrose angeboten. Bei uns wird sie gut 1 m hoch und 1,50 m breit. In Frankreich heißt sie ´Les Quatre Saisons´ (nicht verwechseln mit der uralten Herbstdamaszener ´Quatre Saisons´).

´Heavenly Pink´ macht ihrem Namen alle Ehre, sie zeigt wirklich ein klares, himmlisches Rosa. Ihre kleinen, stark gefüllten Blüten stehen in dichten Blütenpyramiden und duften fein. Der Strauch mit sehr gesundem Laub wächst geschlossen buschig bis etwa 1 m hoch und breit und ist dadurch auch ideal für kleine Gärten. Im Herbst treiben manchmal längere Triebe aus dem Strauch. Wenn es stört, kann man sie zurückschneiden. ´Heavenly Pink´ ist auch als Schnittrose gut geeignet.

´Heavenly Pink´ (Louis Lens 1997) ist eine hervorragende Moschata-Hybride und erhielt mehrere Auszeichnungen in Frankreich.

´Jean Stephenne´ braucht im Gegensatz zu ´Heavenly Pink´ Platz im Garten, um seine volle Schönheit zu zeigen. Die Blüten sind etwas größer als bei ´Heavenly Pink´ und zartrosa bis fast weiß, die Knospen rosa. Der Duft betört mich immer wieder in einigen Metern im Umkreis. Blühreich und sehr gesundes Laub bis zur Basis noch im Spätherbst macht die Rose zu einem Blickpunkt im Garten, wenn man ihr genug Platz zugesteht. Die Triebe breiten sich 1,50 m bis 2 m aus, der Strauch wird etwa 1,20 m hoch. ´Jean Stephenne´ verträgt auch mageren Boden und hatte bei unserem etwas rauen Klima seit 2002 keine Frostprobleme.

´Jean Stephenne´ (Lens Roses 2006) ist eine Moschata-Hybride und eine Züchtung von Ann Velle, der Lens-Nachfolgerin. Auch diese Rose erhielt bereits mehrere Auszeichnungen.

Über die ADR-Rose 'Hagenbecks Tierpark' (Meilland 1995) steht im BKN-Katalog: "Starkwüchsige Strauchrose, einmal im Frühsommer blühend, sehr robust und frosthart, problemlose Rose fürs öffentliche Grün." Der Herbst beginnt, doch meine Rose 'Hagenbecks Tierpark' hat noch eine letzte Blüte, als ob sie sich wie ich noch nicht vom Sommer trennen könnte.

     The Last Rose Of Summer
     Es ist die letzte Rose des Sommers,
     allein gelassen mit ihrer Blüte;
     all ihre reizenden Gefährten
     sind verwelkt und vergangen.
          Thomas Moore

Warum gehört eine nur einmal blühende Rose, die nicht einmal einen zierenden Hagebuttenschmuck hat, zu meinen besonderen Lieblingen? Ja, problemlos ist sie, gesund und winterhart. Aber dazu ist sie eine Schönheit! In unserem Garten steht sie in einer lockeren Hecke vor einer Eibe zwischen einer Spiraea vanhouttei und der Lens-Moschatahybride 'Waterloo'. Schon im Frühjahr entzückt mich vor aller Blüte der rote Austrieb neben dem hellgrünen Austrieb von 'Waterloo' und dem Dunkelgrün der Eibe. Die Blütezeit beginnt gleichzeitig mit ´Waterloo´ Ende Mai/Anfang Juni. Die großen, halbgefüllten, dunkelrosaroten Blüten von 'Hagenbecks Tierpark' werden von der weißen Spiraee und den weißen Blütenpyramiden von 'Waterloo' eingerahmt und leuchten dadurch noch stärker. Die üppige Blüte hält 6-8 Wochen an je nach Witterung. Einzelne Blüten zeigen sich bis in den Herbst immer wieder.

Pflege braucht 'Hagenbecks Tierpark' kaum. Wie alle unsere Rosen wird sie einmal im Frühjahr mäßig gedüngt. Sie steht jetzt seit fünf Jahren ungeschnitten in unserem Garten und ist 2 m hoch und breit. Sollte ihre Blühwilligkeit nachlassen, werden wir ihr einen Verjüngungsschnitt geben. Blühen Forsythien oder andere Ziersträucher solange?
Alle fünf Rosen kann man bei Rosarot-Pflanzenversand bekommen.

'Nadia' (Meilland)
Das Jahr 2009 ist ein Pilzjahr: Rost, Sternrußtau, echter und falscher Mehltau – lauter ungebetene Gäste im Garten! Wir spritzen in unserem Garten überhaupt nicht, auch keine Wundermittel wie Backpulver, Milch, nicht einmal Pflanzenstärkungsmittel. So fallen gesunde Rosen uns immer wieder besonders auf, es gibt eine ganze Menge Rosen, die sich auch im Herbst noch von ihrer besten Seite zeigen und den Pilzkrankheiten trotzen.

Seit dem Herbst 2006 steht vor meinem Fenster 'Nadia', eine Meilland-Züchtung. Von Jahr zu Jahr wird sie schöner. In diesem Pilzjahr ist sie auch im September noch voll belaubt und erfreut mich mit ihren duftenden, gefüllten, hellgelben Blüten. Die Knospe ist eher von moderner Form in einem hellen Gelb. Voll geöffnet ist die im Durchmesser etwa 6-8 cm große Blüte reich gefüllt in einer ausgesprochen nostalgischen Rosette, die Mitte dunkler reingoldgelb, nach außen sich drehend und heller werdend. In der Vase hält sie sich sehr gut einige Tage. Hitze oder Dauerregen machen ihr keine Schwierigkeiten, trotz der Fülle bildet sie keine braunen Mumien sondern blüht unermüdlich auch bei starkem Regen. Das dunkelgrüne Laub paßt zu der schönen Blütenfarbe. Als Hochstämmchen ist 'Nadia' sicher besonders geeignet.

An einem schönen Morgen um sie herum sauber zu machen, dabei ihren lieblichen Duft in der Nase zu haben, ist ein Genuß, auch wenn 'Nadia' etwas kratzig sein kann und man mit einer Nadel hinterher die Stacheln aus den Fingern puhlt. Aber welche Liebe ist ohne Schmerz?

'Nadia' (Meilland) steht nicht im BKN-Strobel-Katalog, ist aber bei Rosarot-Pflanzenversand zu bekommen.

'Rosa willmottiae'
Pünktlich zum 1. Mai kam in unsere Gegend der Kuckuck wieder und öffnete sich die erste Rosenblüte in unserem Garten bei Braunschweig. Nach dem langen und kalten Winter und den vielen Winterschäden an den meisten Rosen ist diese erste Blüte wie ein Wunder. In der Rosenenzyklopädie der Royal Horticultural Society schreibt Charles Quest-Ritson: "Im Spätfrühling gibt es kaum einen schöneren Anblick als einen jungen Strauch Rosa willmottiae in voller Blüte. Wenn ihre gebogenen Zweige mit kräftig rosa, lila überhauchten Blüten bedeckt sind, ist diese Art der Inbegriff von Schönheit." Wie Perlen sitzen die kleinen Knospen an kurzen Seitentrieben entlang der Zweige zusammen mit dem zierlichen, graugrünen Laub. Die Blättchen bestehen meist aus 9 winzigen Fiederblättchen. Die frischen Triebe sind rotbraun und stark bereift, das ältere Holz ist grau. Der Strauch ist stark bestachelt mit hellen, nadelspitzen, paarigen Stacheln und wächst 2 m hoch und breit. Als Solitär wirkt der Strauch am besten. Leider bilden sich die kleinen eiförmigen, orangeroten Hagebuttchen nur selten bei uns im Garten. Nicht nur während der Blüte im Mai, sondern das ganze Jahr ist der filigran wirkende Strauch eine besondere Schönheit!

1904 brachte der berühmte Pflanzensammler E. H. Wilson (der "China-Wilson") von einer seiner Asienreisen Saat dieser Rose mit. Im südwestlichen China in den Sangpan-Bergen an der Grenze zu Tibet hatte er in 3000 m Höhe die Früchte gesammelt. In England wurden die Nüsschen ausgesät und 1907 die Rose beschrieben und nach Ellen Willmott benannt.

Ellen Willmott (1858-1934) gehört zu den berühmten englischen Gärtnerinnen und schrieb ein umfassendes Buch über 180 Wildrosen. Alfred Parsons zeichnete und colorierte dazu 132 Rosen. Das noch immer sehr bedeutende Buch "The Genus Rosa" erschien 1914. Darin beschrieb Ellen Willmot auch die nach ihr benannte Rosa willmottiae.

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´Hedi Grimm´


´Hedi Grimm´


´Pink Swany´


´Heavenly Pink´


´Jean Stephenne´


'Hagenbecks Tierpark'


'Nadia' (Meiland)


'Rosa willmottiae'


 
 
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Unsere Lieblingsrosen

Brigitte Nebel Ursula Reichelt Vera Remane
Ulrike Schnabel Adelgunde Luise Seidel Eilike Vemmer

Lieblingsrose von Brigitte Nebel, Februar 2013

´Bobbie James´,

Die Rose ´Bobbie James´ ist seit über 15 Jahren meine Lieblingsrose an der Nord-West-Fassade unseres Hauses, die zur Straße zeigt. Hier ist sie zurzeit für mich unersetzbar.

Nachdem 1996 unser Haus fertig war, wollte ich eine Rose pflanzen, die in absehbarer Zeit die Klinkerwand des Hauses nahezu bedecken und mit gesundem Laub und üppigen hellen Blüten schmücken sollte. Meine Wahl fiel auf die starkwüchsige Kletterrose ´Bobbie James´, 1961 eingeführt von Sunningdale Nurseries in Großbritannien.

Die Rose wuchs rasch und hatte schnell die Höhe der ersten Etage erreicht. Den Schnitt- und Bindekünsten meines Ehemannes verdanke ich, dass die Rose an ihrem Spalier stets den gewünschten fächerförmigen Aufbau zeigt. Dies ist eine wahre Herausforderung, denn mit ihren starken Stacheln setzt sie sich zur Wehr. Wer die Rose zähmt, darf keine Höhenangst haben.

Zur Blütezeit im Juni ist die Rose mit ihren relativ großen, leicht gefüllten, weißen, wunderbar duftenden Blüten ein Traum. Ich öffne dann die Fenster und ihr zarter Duft durchzieht das ganze Haus. Bienen und andere Insekten summen in den großen Blütendolden und sorgen für reichen Schmuck mit kleinen orangeroten Hagebutten im Herbst. Mit ihrer lockeren Blütenpracht und den offenen Blüten mit auffallenden gelben Staubgefäßen passt die Rose sehr gut in naturnahe Gärten. Passanten bleiben in der Blütezeit oft vor dem Haus stehen und staunen. Amseln schätzen mehr die Früchte.

Jahrelang war die Rose kerngesund, das Laub eine Zierde. Doch vor einiger Zeit bekam sie zwei Jahre nacheinander Mehltau. So konnten wir sie an ihrem Starplatz wirklich nicht auf Dauer aussehen lassen. Wir haben deshalb versucht, mit einem totalen Rückschnitt dem Pilzbefall beizukommen.

Nach zwei Jahren war unsere ´Bobbie James´ wieder gesund in alter Pracht und in alter Höhe nachgewachsen. Für den Sommer 2013 hoffe ich nach der Radikalkur wieder auf eine üppige Blüte.

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´Bobbie James´

Lieblingsrose von Ursula Reichelt

´Raubritter´ und ´Félicité et Perpétue´

Meine Lieblingsrose, die Strauchrose ´Raubritter´ (Kordes, 1936), einmal blühend, musste sich im Sommer 2009 meine Sympathie mit der Ramblerrose ´Félicité et Perpétue´ (Jacques, um 1828) teilen.

Einige Jahre hatte ich diese Rose wirklich ramblen lassen. Sie wuchs mir im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf. Im Frühjahr fasste ich den Entschluss, ihr kräftig mit der Schere zu Leibe zu rücken. Eine Tagesarbeit! Ranken von der Pergola lösen, alte Triebe herausschneiden und die verbliebenen Ranken wieder aufbinden. Und dieses Unternehmen auch noch unverletzt überstehen! Wie man sieht, es hat sich gelohnt. Das Blütenmeer dieser einmal blühenden Ramblerrose hat mir wochenlang Freude bereitet.

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´Raubritter´


´Félicité et Perpétue´

Lieblingsrose von Vera Remane

Rosa filipes 'Kiftsgate'

In meinem kleinen Garten gibt es seit Jahrzehnten ein großes marodes Bassin, das irgendwann überdacht und zum Schuppen umfunktioniert wurde und nun alle Gartenutensilien beherbergt. Vor langer Zeit hatte ich Efeu an die Ostseite dieses Gebäudes gepflanzt, da ich es gerne unter einer immergrünen Decke verstecken wollte. Trotz geduldigen Wartens über Jahre hinweg wuchs der Efeu aber nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. So entschied ich, zur Verstärkung und Unterstützung - und nun an die Westseite des Schuppens - eine Rose zu pflanzen. Bedingung: Sie musste mit dürftigem Boden zurecht kommen, und ihre Ranken sollten ungefähr eine Länge von fünf Metern erreichen.

In einer Rosengärtnerei ließ ich mich beraten. Man legte mir dringend eine Rosa filipes 'Kiftsgate' ans Herz, und ich erwarb sie. Viel Bodenfreiheit konnte ich meiner neuen Rose nicht einräumen. Ein kleines Loch unter einem aus dem Pflaster genommenen Stein musste genügen. In diese Aussparung von ungefähr 10 x 20 cm zwängte ich - wider besseres Wissen - die Wurzeln der Container-Kiftsgate. In der Folgezeit bekam sie meine ungeteilte Aufmerksamkeit und immer mal wieder Extrarationen Wasser. Die kleinen, dünnen Ranken dankten es nach einigen Wochen mit vorsichtigem Wachstum.

Dann fielen mir Artikel zum Thema Kiftsgate in die Hände. Ich las, dass sie mit Ranken bis zu 45 m Länge (!) gesichtet worden sein soll, mit mageren Böden einverstanden ist, aber eine gewisse Frostempfindlichkeit an den Tag legt. Das konnte ja noch spannend werden!

Inzwischen wohnt Kiftsgate seit gut fünf Jahren in meinem Garten. Ihre Wurzeln haben sich ohne jeglichen Protest durch das dicke Kiesbett unter der Pflasterung, vermutlich bis zum Ackerboden in der Tiefe, hindurchgearbeitet und finden dort ihre Nahrung. In jedem Winter frieren ihre Rankenenden um ca. 50 cm zurück. Während der Vegetationszeit wird das aber durch ein Triebwachstum von zwei Metern und mehr sofort wieder reichlich ausgeglichen.

Das Wachstum dieser Rose ist unglaublich ungestüm. Sie bedeckt schon lange das komplette Schuppendach und schickt ihre Triebe weit darüber hinaus. Dort, wo sie einst in ein kleines Pflanzloch gezwängt wurde, genügt ihr das Dach nicht mehr als Auflage. Ihre Ranken haben sich darüber zu einer Mauer aufgetürmt. In jedem Jahr muss ich das ausufernde Wachstum durch einen sehr scharfen Rückschnitt eindämmen. Das ist durch die dichte Hakenbestachelung der Triebe eine sehr mühsame Arbeit.

Aber dann das: Im Frühsommer ist das Schuppendach für zwei bis drei Wochen bedeckt mit einer dicken, duftenden Schicht "Junischnee" und umschwirrt von unzähligen Insekten. Die reinweißen einfachen Blüten haben spektakuläre leuchtend gelbe Staubgefäße. Im Herbst trägt die Rose dann Büschel kleiner orangeroter Hagebutten.

Fazit: Rosa filipes 'Kiftsgate' ist eine Rose, die sich ohne jedes Hätscheln oder spezielle Rosenkenntnisse auch unter widrigen Bodenverhältnissen nicht nur behauptet sondern sehr energisch durchsetzt. Um ihre Blütenschönheit richtig zur Geltung bringen zu können, benötigt sie allerdings sehr, sehr viel Platz.

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Rosa filipes 'Kiftsgate'


Rosa filipes 'Kiftsgate'

Lieblingsrose von Ulrike Schnabel, Februar 2012

´St. Nicholas´

Den Namen dieser Rose hörte ich erstmalig 1993 anlässlich eines Vortrages von Frau Hedi Grimm (anerkannte Rosenexpertin und Buchautorin, Mutter von Frau Eilike Vemmer) im Helvetia, dem damaligen Vereinslokal der hannoverschen Rosenfreunde. Das Thema lautete: Empfehlenswerte Alte Rosen für Hausgärten. Unter vielen anderen wurde die Damaszenerrose ´St. Nicholas´ aus dem Jahr 1950 genannt. Sie wurde in dem berühmten Garten St. Nicholas in Yorkshire in England gefunden. Frau Grimm beschrieb sie als frostharte gesunde Rose, die auch für Hecken geeignet sei.

Genau so etwas suchte ich für unseren naturnahen Garten, in dem ich auf keinen Fall Pflanzenschutzmittel verwenden wollte.

So wurde also ein Exemplar in einer Rosenbaumschule bestellt und an einen sonnigen Standort gepflanzt.

Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Seit fast 20 Jahren erfreue ich mich an einem Strauch, der nicht nur äußerst gesund ist. Nein, auch die kältesten Winter hat St. Nicholas ohne besonderen Schutz überstanden. Sie bildet einen sehr schönen Habitus mit überhängenden Zweigen, wird zirka einen Meter hoch und bietet das ganze Jahr einen schönen Anblick. Die halbgefüllten zartrosa Blüten mit gelben Staubgefäßen duften leicht, blühen in Büscheln und locken Insekten an. Nach der einmaligen Blüte bilden sich reichlich Hagebutten die lange haften und ein sehr attraktives Herbst- und Winterbild zeigen.

Die einzige Pflege besteht darin, ab und zu Totholz herauszuschneiden und sie einmal im Frühjahr mit Naturdünger zu versorgen.

So ist sie nach meiner Erfahrung eine ideale, wunderschöne, pflegeleichte Rose, die für jeden Garten geeignet ist!

R.´helenae´

Diesen Rambler liebe ich besonders, weil er alle Vorzüge hat, die eine Rose für den naturgemäßen Garten haben sollte.

Sie ist frohwüchsig, ausgesprochen gesund, ziert durch ein vielfältiges Erscheinungsbild. Der rötliche Austrieb im Frühsommer, die widerstandsfähigen glänzenden Blätter, einfache, duftende weiße Blüten mit gelben Staubgefäßen locken zahlreiche Insekten an, und im Herbst leuchten orangerote Hagebutten, die Vögel in Scharen in diese prall gefüllte Speisekammer locken. Kurzum: die reine Gartenfreude!

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´St. Nicholas´


´St. Nicholas´


´R.´helenae´

Lieblingsrose von Adelgunde Luise Seidel

Rosa gallica ´Violacea´

Im Juni 1997 besuchte ich mit den hannoverschen Rosenfreunden während einer Rosenreise auch die Rosenschule von Karl Otto Schütt in Holstein. Diese Rosenschule hat sich auf historische Rosen spezialisiert, und die standen dort gerade in voller Blüte. Es waren so viele wunderschöne Rosen zu sehen und ich verliebte mich auf den ersten Blick in die ´Violacea´.


Diese Rose, auch bekannt unter dem Namen ´La belle Sultane´, ist nur leicht gefüllt. Die Blütenblätter sehen aus wie Samt und haben eine purpur-magentarote Farbe. In der Mitte der Blüte prangen - wie ein Krönchen - goldgelbe Staubgefäße. Die Blüten werden ungefähr sieben Zentimeter groß und haben einen zarten Duft.

´Violacea´ blüht nur einmal im Sommer, aber reich und lange, und die verblühten Blütenblätter fallen sauber ab. Das Laub ist dunkelgrün und etwas rau, aber sehr gesund. Es haftet sehr lange am Strauch und hat in meinem Garten, neben der Rosa inermis ´Morletii´, die schönste Herbstfärbung.

´Violacea´ hat seit 1997 einen Sonnenplatz in meinem Garten. Sie gedeiht gut auf dem mageren Sandboden und hat viele Ausläufer. Sie ist sehr gesund und frosthart. Ihr Wuchs ist aufrecht und sie wird fast zwei Meter hoch. Die Zweige haben keine Stacheln, sondern viele kleine, dunkle Borsten.

Die Wurzeln dieser schönen historischen Rose liegen im Dunkeln. Sie soll vor 1800 in Holland kultiviert worden sein, man kann sie aber auch heute noch in vielen Rosenschulen kaufen.

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´Violacea´


´Violacea´

Lieblingsrose von Eilike Vemmer

Geht es Ihnen nicht auch so? Gerade Mitte September zeigen viele Rosen noch einmal eine so wunderschöne Blüte, dass ich bei jeder sagen möchte: Meine Lieblingsrose! Fünf Rosen möchte ich trotzdem besonders hervorheben. Alle fünf haben mir, so lange ich sie im Garten habe, nur Freude gemacht.

Meine Mutter wurde einmal zu ihren Lieblingsrosen gefragt und antwortete: "Welche Rosen soll ich da nennen? Bei 20 000 und 30 000 Rosenarten und –sorten, unter denen ich genauso wenig eine Lieblingsrose habe wie unter meinen Kindern und Enkelkindern ein Lieblingskind. Ich habe alle gern, jede in ihrer Art, und ich bin nicht in der glücklichen Lage wie Dean Hole sagen zu können: ´Und wenn ich nur eine einzige Rose pflanzen dürfte, müsste es die ´Gloire de Dijon´ sein´, obwohl ich die auch zu schätzen weiß!"

'Hedi Grimm' ist eine meiner vielen Lieblingsrosen, die Rose, die 2005 in Sangerhausen auf den Namen meiner Mutter getauft wurde. Sie steht seit 1998 in unserem Garten, eine Züchtung von Louis Lens, die er meiner Mutter schickte und die sie an uns weitergab, weil sie aus gesundheitlichen Gründen die Rose nicht mehr in Kassel-Wilhelmshöhe pflanzen und pflegen konnte. Mich hat diese Lens-Züchtung von Anfang an begeistert wegen ihrer reichen Blüte besonders im Herbst, ihrer Gesundheit und Schönheit. Einige Jahre wuchs sie an einem Pfahl wie in Sangerhausen, bis sie ihren endgültigen Platz an einer Kletterrosenwand zwischen 'Mosel' und 'Ludvik Vecera' bekam.

Immer wieder bringt 'Hedi Grimm' kleine, leicht gefüllte, weiße, duftende Blüten in großen pyramidalen Blütenständen. Man kann sie auch als Strauchrose wachsen lassen oder in einen Obelisken setzen. Es ist eine der wenigen weichtriebigen, niedrigen, öfterblühenden Kletterrosen. In Deutschland bekommt man diese Rose nur bei Gerd Hartung, Rosarot-Pflanzenversand. Er hatte die Idee, in Sangerhausen zu Gunsten des Rosariums eine Rose auf den Namen meiner Mutter zu taufen und schlug die Lens-Züchtung LLX 9046 vor. Meine Mutter hätte sich darüber gefreut. Für mich bedeutet dieser Rosenname 'Hedi Grimm' auch die enge Verbundenheit meiner Mutter mit Louis Lens und dem Europa-Rosarium Sangerhausen

´Pink Swany´ mit ihren kräftig pinkfarbenen, stark gefüllten, nostalgischen Blüten und gesundem Laub bildet einen überwältigend schönen Blütenhügel. Ich habe sie im Sommer nicht ausgeputzt, sie wirft die verwelkten Blüten alleine ab. Im Frühjahr schneide ich sie kräftig zurück, damit der Sandkasten der Kinder ohne Kratzer benutzt werden kann. Dann bekommt sie auch ihre Handvoll Dünger. Das ist alle Pflege für das ganze Jahr. Auch in der Vase hält sie sich gut. Wenn stärkerer Frost nicht zu früh einsetzt, kann man Weihnachten noch einen Strauß von ihr schneiden.

´Pink Swany´(Meilland 2003) wurde 2003 ADR-Rose und wird als Beetrose angeboten. Bei uns wird sie gut 1 m hoch und 1,50 m breit. In Frankreich heißt sie ´Les Quatre Saisons´ (nicht verwechseln mit der uralten Herbstdamaszener ´Quatre Saisons´).

´Heavenly Pink´ macht ihrem Namen alle Ehre, sie zeigt wirklich ein klares, himmlisches Rosa. Ihre kleinen, stark gefüllten Blüten stehen in dichten Blütenpyramiden und duften fein. Der Strauch mit sehr gesundem Laub wächst geschlossen buschig bis etwa 1 m hoch und breit und ist dadurch auch ideal für kleine Gärten. Im Herbst treiben manchmal längere Triebe aus dem Strauch. Wenn es stört, kann man sie zurückschneiden. ´Heavenly Pink´ ist auch als Schnittrose gut geeignet.

´Heavenly Pink´ (Louis Lens 1997) ist eine hervorragende Moschata-Hybride und erhielt mehrere Auszeichnungen in Frankreich.

´Jean Stephenne´ braucht im Gegensatz zu ´Heavenly Pink´ Platz im Garten, um seine volle Schönheit zu zeigen. Die Blüten sind etwas größer als bei ´Heavenly Pink´ und zartrosa bis fast weiß, die Knospen rosa. Der Duft betört mich immer wieder in einigen Metern im Umkreis. Blühreich und sehr gesundes Laub bis zur Basis noch im Spätherbst macht die Rose zu einem Blickpunkt im Garten, wenn man ihr genug Platz zugesteht. Die Triebe breiten sich 1,50 m bis 2 m aus, der Strauch wird etwa 1,20 m hoch. ´Jean Stephenne´ verträgt auch mageren Boden und hatte bei unserem etwas rauen Klima seit 2002 keine Frostprobleme.

´Jean Stephenne´ (Lens Roses 2006) ist eine Moschata-Hybride und eine Züchtung von Ann Velle, der Lens-Nachfolgerin. Auch diese Rose erhielt bereits mehrere Auszeichnungen.

Über die ADR-Rose 'Hagenbecks Tierpark' (Meilland 1995) steht im BKN-Katalog: "Starkwüchsige Strauchrose, einmal im Frühsommer blühend, sehr robust und frosthart, problemlose Rose fürs öffentliche Grün." Der Herbst beginnt, doch meine Rose 'Hagenbecks Tierpark' hat noch eine letzte Blüte, als ob sie sich wie ich noch nicht vom Sommer trennen könnte.

     The Last Rose Of Summer
     Es ist die letzte Rose des Sommers,
     allein gelassen mit ihrer Blüte;
     all ihre reizenden Gefährten
     sind verwelkt und vergangen.
          Thomas Moore

Warum gehört eine nur einmal blühende Rose, die nicht einmal einen zierenden Hagebuttenschmuck hat, zu meinen besonderen Lieblingen? Ja, problemlos ist sie, gesund und winterhart. Aber dazu ist sie eine Schönheit! In unserem Garten steht sie in einer lockeren Hecke vor einer Eibe zwischen einer Spiraea vanhouttei und der Lens-Moschatahybride 'Waterloo'. Schon im Frühjahr entzückt mich vor aller Blüte der rote Austrieb neben dem hellgrünen Austrieb von 'Waterloo' und dem Dunkelgrün der Eibe. Die Blütezeit beginnt gleichzeitig mit ´Waterloo´ Ende Mai/Anfang Juni. Die großen, halbgefüllten, dunkelrosaroten Blüten von 'Hagenbecks Tierpark' werden von der weißen Spiraee und den weißen Blütenpyramiden von 'Waterloo' eingerahmt und leuchten dadurch noch stärker. Die üppige Blüte hält 6-8 Wochen an je nach Witterung. Einzelne Blüten zeigen sich bis in den Herbst immer wieder.

Pflege braucht 'Hagenbecks Tierpark' kaum. Wie alle unsere Rosen wird sie einmal im Frühjahr mäßig gedüngt. Sie steht jetzt seit fünf Jahren ungeschnitten in unserem Garten und ist 2 m hoch und breit. Sollte ihre Blühwilligkeit nachlassen, werden wir ihr einen Verjüngungsschnitt geben. Blühen Forsythien oder andere Ziersträucher solange?
Alle fünf Rosen kann man bei Rosarot-Pflanzenversand bekommen.

'Nadia' (Meilland)
Das Jahr 2009 ist ein Pilzjahr: Rost, Sternrußtau, echter und falscher Mehltau – lauter ungebetene Gäste im Garten! Wir spritzen in unserem Garten überhaupt nicht, auch keine Wundermittel wie Backpulver, Milch, nicht einmal Pflanzenstärkungsmittel. So fallen gesunde Rosen uns immer wieder besonders auf, es gibt eine ganze Menge Rosen, die sich auch im Herbst noch von ihrer besten Seite zeigen und den Pilzkrankheiten trotzen.

Seit dem Herbst 2006 steht vor meinem Fenster 'Nadia', eine Meilland-Züchtung. Von Jahr zu Jahr wird sie schöner. In diesem Pilzjahr ist sie auch im September noch voll belaubt und erfreut mich mit ihren duftenden, gefüllten, hellgelben Blüten. Die Knospe ist eher von moderner Form in einem hellen Gelb. Voll geöffnet ist die im Durchmesser etwa 6-8 cm große Blüte reich gefüllt in einer ausgesprochen nostalgischen Rosette, die Mitte dunkler reingoldgelb, nach außen sich drehend und heller werdend. In der Vase hält sie sich sehr gut einige Tage. Hitze oder Dauerregen machen ihr keine Schwierigkeiten, trotz der Fülle bildet sie keine braunen Mumien sondern blüht unermüdlich auch bei starkem Regen. Das dunkelgrüne Laub paßt zu der schönen Blütenfarbe. Als Hochstämmchen ist 'Nadia' sicher besonders geeignet.

An einem schönen Morgen um sie herum sauber zu machen, dabei ihren lieblichen Duft in der Nase zu haben, ist ein Genuß, auch wenn 'Nadia' etwas kratzig sein kann und man mit einer Nadel hinterher die Stacheln aus den Fingern puhlt. Aber welche Liebe ist ohne Schmerz?

'Nadia' (Meilland) steht nicht im BKN-Strobel-Katalog, ist aber bei Rosarot-Pflanzenversand zu bekommen.

'Rosa willmottiae'
Pünktlich zum 1. Mai kam in unsere Gegend der Kuckuck wieder und öffnete sich die erste Rosenblüte in unserem Garten bei Braunschweig. Nach dem langen und kalten Winter und den vielen Winterschäden an den meisten Rosen ist diese erste Blüte wie ein Wunder. In der Rosenenzyklopädie der Royal Horticultural Society schreibt Charles Quest-Ritson: "Im Spätfrühling gibt es kaum einen schöneren Anblick als einen jungen Strauch Rosa willmottiae in voller Blüte. Wenn ihre gebogenen Zweige mit kräftig rosa, lila überhauchten Blüten bedeckt sind, ist diese Art der Inbegriff von Schönheit." Wie Perlen sitzen die kleinen Knospen an kurzen Seitentrieben entlang der Zweige zusammen mit dem zierlichen, graugrünen Laub. Die Blättchen bestehen meist aus 9 winzigen Fiederblättchen. Die frischen Triebe sind rotbraun und stark bereift, das ältere Holz ist grau. Der Strauch ist stark bestachelt mit hellen, nadelspitzen, paarigen Stacheln und wächst 2 m hoch und breit. Als Solitär wirkt der Strauch am besten. Leider bilden sich die kleinen eiförmigen, orangeroten Hagebuttchen nur selten bei uns im Garten. Nicht nur während der Blüte im Mai, sondern das ganze Jahr ist der filigran wirkende Strauch eine besondere Schönheit!

1904 brachte der berühmte Pflanzensammler E. H. Wilson (der "China-Wilson") von einer seiner Asienreisen Saat dieser Rose mit. Im südwestlichen China in den Sangpan-Bergen an der Grenze zu Tibet hatte er in 3000 m Höhe die Früchte gesammelt. In England wurden die Nüsschen ausgesät und 1907 die Rose beschrieben und nach Ellen Willmott benannt.

Ellen Willmott (1858-1934) gehört zu den berühmten englischen Gärtnerinnen und schrieb ein umfassendes Buch über 180 Wildrosen. Alfred Parsons zeichnete und colorierte dazu 132 Rosen. Das noch immer sehr bedeutende Buch "The Genus Rosa" erschien 1914. Darin beschrieb Ellen Willmot auch die nach ihr benannte Rosa willmottiae.

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´Hedi Grimm´


´Hedi Grimm´


´Pink Swany´


´Heavenly Pink´


´Jean Stephenne´


'Hagenbecks Tierpark'


'Nadia' (Meiland)


'Rosa willmottiae'